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Diese Rubrik ersetzt unser früheres Lexikon. Da wir die Neuaufschaltung gleich nutzen, um alle Texte zu überarbeiten, wird es eine Weile dauern bis wieder alle Texte online sind.

In der Zwischenzeit dürfen Sie uns selbstverständlich auch gern direkt fragen, wenn Sie etwas mehr wissen möchten.

Angorawolle

Von welchem Tier stammt Angorawolle?

Angorawolle stammt von Angorakaninchen, ist superweich und vor allem wegen der Art und Weise, wie sie gewonnen wird, für Tierschützer meist tabu.

Warum ist Angorawolle umstritten?

Die meiste Angorawolle kommt aus miserabler Tierhaltung, insbesondere die billige Angorawolle aus China, die in den letzten Jahren den Markt regelrecht überschwemmt hat. Ausserdem wird Angorawolle meist auch auf höchst grausame Art gewonnen.

Wie wird Angorawolle gewonnen?

Es gibt verschiedene Methoden, Angorawolle zu gewinnen, wobei die meisten grausam und sehr schmerzhaft sind. Wir ersparen Ihnen hier die Details. Wenn Sie genaueres wissen möchten, finden Sie dies garantiert im Internet.

Im Internet wird aktuell aber auch Angorawolle angeboten, die in Frankreich schmerzfrei und tiergerecht gewonnen werde. Sie funktioniert so:

– fünf Tage bevor die Haare geerntet werden sollen, erhalten die Tiere mit dem Futter eine Portion «Lagodendron». Zwar konnten wir bisher nicht einmal unter ihrer lateinischen Bezeichnung eine derartige Pflanze finden, gemäss Angaben der Angorazüchter soll es sich aber um eine Mimosenart handeln.

– in den folgenden Tagen fallen den Kaninchen die Haare aufgrund dieser Futterbeimischung aus.

– am Tag der Wollernte werden die Hasen gekämmt, um die bereits losen Haare zu gewinnen.

Obwohl das alles nett und harmlos tönt, hat es bei uns die Frage aufgeworfen, wie bekömmlich ein Präparat wohl insgesamt ist, wenn es eine derart massive Wirkung hat. Dann haben wir uns auch noch die von der Produzentenvereinigung propagierten Haltungsbedingungen angeschaut, und die sind leider weit entfernt von tier- oder artgerecht.

Was sind weitere Kritikpunkte?
  • Kaninchen sind Beutetiere. Ihr Instinkt setzt darum "gefangen werden" mit "gefressen werden" gleich. Entsprechend ungern werden Kaninchen angefasst. Allein diese Tatsache macht es fraglich, ob die Haltung von Angorakaninchen überhaupt tiergerecht sein kann. Immerhin zeigt die Erfahrung aber, dass Kaninchen in liebevoller Haltung durchaus lernen, die anfängliche Angst zu überwinden und ihr Leben unter dem Schutz eines Menschen sichtlich zu geniessen.

  • Tierschützer bezeichnen die Angorarasse als eine sogenannte Qualzucht, denn es wurden Tiere gezüchtet, die wegen ihrer Haarpracht nur unter menschlicher Pflege überlebensfähig sind.
Woher kommt unsere Angorawolle?

Unsere Angorawolle kommt ausschliesslich von Tieren, die in liebevoller Freiland-Privathaltung leben und deren Haare eingesammelt oder schonend ausgekämmt werden, bzw. mittels ebenso schonender Schur gewonnen werden. Garantiert stressfrei und ohne Verletzungsgefahr.

Baumwolle

Ist Baumwolle ökologisch?

Nein und Ja.

Nein! Konventionell hergestellte Baumwolle ist sogar unökologischer als Polyacryl oder Polyester.

Ja! Baumwolle aus biologischem Anbau ist ökologisch. Und vegan. Und fair.

 

Detailliertere Informationen finden Sie hier: Baumwolle, das Material

Warum ist konventionell hergestellte Baumwolle unökologisch?

Dafür gibt es verschiedene Gründe:

– es wird genmanipuliertes Saatgut verwendet

– die Baumwollkulturen werden häufig mit Insketiziden und Pestiziden behandelt

– pro geerntetes Kilogramm Baumwolle braucht es 11'000 l Wasser

– um die Ernte zu erleichtern wird ein Entlaubungsmittel gespritzt

– nach wie vor wird von Kinderarbeit auf den Baumwollfeldern berichtet

– nach wie vor gibt es Hungerlöhne und miserable Arbeitsbedingungen

 

Warum ist Bio-Baumwolle besser?

Im biologische Landbau wird grundsätzlich und in allen Bereichen viel naturfreundlicher, nachhaltiger und sozialer gearbeitet, denn der Bio-Anbau berücksichtigt nicht nur einen Aspekt.

Im Überblick:

– das Saatgut ist nicht gentechnisch verändert

– es werden weder Pestizide, noch Insektizide, noch Düngemittel eingesetzt

– biologisch angebaute Baumwolle verbraucht bis zu 71% weniger Wasser als konventionell angebaute Baumwolle

– die Bauern sind keinen schädlichen Substanzen ausgesetzt und werden fair entlöhnt

Biologischer Anbau

Was macht man im biologischem Anbau gegen Schädlinge?

Im biologischen Anbau werden Schädlinge nicht präventiv bekämpft, sondern erst dann, wenn sie auch tatsächlich vorhanden sind. Da der Einsatz von synthetischen Schädlingsbekämpfungsmitteln verboten ist, geschieht dies nur mit natürlichen Mittel, wie bspw. der gezielten Ansiedelung von nützlichen Insekten und/oder Vögeln.

Natürlich wird einem Schädlingsbefall auch bereits vorgebeugt, indem die Pflanzen ihren Bedürfnissen entsprechend angebaut und schädliche Kulturformen, wie beispielsweise Monokulturen, vermieden werden.

Dochtgarn

Was ist ein Dochtgarn?

Ein Dochtgarn, ist ein Garn, bei dem Fasern um einen festen, dünnen Innenfaden herumgesponnen werden, wobei dieser Innenfaden als «Docht» bezeichnet wird. Diese Technik ermöglicht es ein lockeres, weich wirkendes, aber dank seinem Innenleben dennoch sehr haltbares Garn zu erzeugen. Dabei muss beachtet werden, dass der innere Faden nicht selbst schon stark gedreht ist, da er während dem Umspinnen mit dem äusseren Garn eine weitere Drehung erfährt. Sinnvoll ist dieses Verfahren bspw. wenn man sehr kurze Fasern verspinnen möchte.

Heute wird die Bezeichnung «Dochtgarn» meist falsch verwendet. Im Handel werden nämlich immer öfter nicht verzwirnte, also aus nur einem gedrehten Strang bestehende Garne als Dochtgarne zu bezeichnen. Diese Garne werden aber eigentlich «Single-Garne» genannt.

Doubleface-Stricken

Was ist Doubleface-Stricken?

Als Doubleface bezeichnet man eine Stricktechnik, bei der sowohl die Vorder- als auch die Rückseite eines Projekts "schön" sind. Man hat also nicht mehr eine rechte und eine linke Seite, stattdessen hat das Strickprojekt sozusagen zwei Vorderseiten (also Gesichter, bzw. engl. faces). Auf der Vorder- bzw. Rückseite sind die Farben jeweils genau umgekehrt, was den besonderen Reiz des Doubleface-Strickens ausmacht.

Mulesing

Was ist Mulesing?

Als Mulesing bezeichnet man das Abschneiden von Hautfalten am Hinterteil der Schafe – meist ohne Betäubung.

Mulesing wird nur bei Merinoschafen angewendet und ist eine sehr schmerzhafte Methode, die Afterregion der Merinoschafe vor Madenbefall "zu schützen".

Wo gibt es Mulesing?

Im Jahr 2021 gibt es Mulesing praktisch nur noch in Australien und ev. in Südafrika. Da Australien aber nach wie vor der Hauptproduzent von Merinowolle ist (Marktanteil ca. 85%) ist das Mulesing noch immer ein Riesenproblem.

In Neuseeland ist die Prozedur bereits seit Oktober 2018 verboten.

In Südamerika gibt es kein Mulesing, da dort ein ganz anderes Klima herrscht.

Nm

Wofür steht die Bezeichnung Nm?

«Nm» ist die Masseinheit der metrischen Nummerierung von Garnen. Das metrische System enthält folgende Angaben eines Garns:

– die Anzahl Laufmeter bezüglich einem Gewicht von 1 Gramm

– die Anzahl Fäden, die verzwirnt wurden

Aus diesen beiden Angaben kann man die Lauflänge des beschriebenen Garns errechnen. Das geht folgendermassen:

Beispiel 1, Nm 10/2 (oder auch Nm 2/10, je nach Hersteller)

Die erste Zahl gibt an wieviele Meter ein Faden dieses Garns pro Gramm hat
–> 10 m pro 1 g (also 1000 m auf 100 g)

Die Zahl nach dem Schrägstrich gibt an, wieviele Fäden dieses Garns verzwirnt wurden (die angegebene Meterzahl muss also noch durch diesen Faktor geteilt werden)
–> …/2 für das Garn wurden zwei Fäden verzwirnt, das fertige Garn ist also nur noch halb so lang
–> die Lauflänge beträgt deshalb nur noch 5 m pro 1 g (bzw. 500 m auf 100 g)

 

Beispiel 2, Nm 100/3 (oder auch Nm 3/100, je nach Hersteller)

Die erste Zahl gibt an wieviele Meter ein Faden dieses Garns pro Gramm hat
–> 100 m pro 1 g (also 10'000 m auf 100 g)

Die Zahl nach dem Schrägstrich gibt an, wieviele Fäden dieses Garns verzwirnt wurden
–> …/3 für das Garn wurden drei Fäden verzwirnt
–> die Lauflänge beträgt deshalb nur noch 33.33 m pro 1 g (bzw. 3333 m auf 100 g)

Pilling

Was ist Pilling?

Als Pilling bezeichnet man die Bildung von Wollknötchen bei verarbeiteten Garnen. Pilling tritt vor allem bei Garnen auf, die flauschig sind oder nur aus einem Faden bestehen (Single-Garne). Da Textilien beim Tragen und beim Waschen immer wieder Reibung ausgesetzt sind, können aus losen Haaren relativ schnell kleine Wollkügelchen entstehen.

Ravelry

Was ist Ravelry?

Ravelry ist DIE grosse Internetgemeinschaft von Strickerinnen und Strickern aus der ganzen Welt. In Ravelry finden sich fast alle Garne, die es auf der Welt gibt und – viel wichtiger – unzählige Fotos von dem, was daraus entstanden ist. Eine Mitgliedschaft bei Ravelry lohnt sich unbedingt, sie ist gratis und mit keinerlei Werbemails oder anderen, nervigen Kontaktaufnahmen verbunden.

Schurwolle

Was ist Schurwolle?

Der Begriff «Schurwolle» darf nur für Wolle verwendet werden, die per Schur von lebenden Schafen gewonnen wurde.

«Schurwolle» sagt nichts darüber aus, von welcher Schafrasse die Wolle stammt.

Single-Garn

Was ist ein Single-Garn?

Ein Single-Garn ist ein einfädiges Garn, wie es bspw. beim Handspinnen entsteht. Single-Garne neigen naturgemäss stärker zu Pilling, sehen dafür aber weich kund kuschelig aus.

Single-Garne werden heute oft irrtümlich als Dochtgarne bezeichnet. 

Steeken, Steek-Technik

Was ist Steeken?

«Steeken» ist eine Technik, dank der auch Jacken oder Tücher in Runden gestrickt werden können. Dies ist vor allem bei mehrfarbigen Mustern sehr angenehm.

Bei der Steek-Technik wird ein Strickstück also ohne Rückreihen gestrickt. Dabei macht man an einer bestimmten Stelle den sogenannten «Steek». Das heisst man strickt in jeder Reihe an der gleichen Stelle ein paar zusätzliche Maschen. Nach Abschluss der Arbeit wird das Strickstück an dieser Stelle erst gesichert und anschliessend aufgeschnitten. So wird aus dem gestrickten Schlauch bspw. ein Dreiecktuch.

Das Wort «Steek» kommt übrigens aus dem Schottischen und ist die Bezeichnung für die Zusatz-Maschen, welche später aufgeschnitten werden.

In nordischen Ländern, wo mehrfarbige Muster oft verbreitet sind, wird die Steek-Technik teilweise auch heute noch in der Schule gelehrt.